berichte:2006:atlantikueberquerung
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berichte:2006:atlantikueberquerung [09.04.2012 11:59 Uhr] – [Und ab hier bitte den Törnbericht eingeben] Thomas Wetterer | berichte:2006:atlantikueberquerung [15.05.2024 10:13 Uhr] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1 | ||
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- | ====== Atlantiküberquerung ====== | ||
===== Einleitung ===== | ===== Einleitung ===== | ||
Am 15. Oktober 2004 haben die Schiffsfürer der GHK und der Schiffseigner beschlossen, | Am 15. Oktober 2004 haben die Schiffsfürer der GHK und der Schiffseigner beschlossen, | ||
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Am Niedergang zum Salon der Moby ist dieses Schild befestigt. | Am Niedergang zum Salon der Moby ist dieses Schild befestigt. | ||
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+ | ===== 1.Tag - 08. Mai 2006 ===== | ||
+ | Um 7.00 Uhr holen mich Berndt und Sepp in Altenhain ab, sie hatten am Vortag am Flughafen in Schkeuditz einen Wagen ausgeliehen, | ||
+ | Die Finnin schwärmt von St. Petersburg und ich pflichte ihr bei, eine interessante Stadt. Die Damen bedauerten, daß wir schon bald aufgerufen wurden, es war eine lustige Runde. \\ | ||
+ | Der Flieger startet pünktlich um 15.10 Uhr. 9 Stunden Flug und wohin mit den Beinen, da hat es Sepp etwas leichter. \\ | ||
+ | Ab und zu vertrete ich mir die Beine und hinten im Flieger gibt’s bei Selbstbedienung etwas zu trinken. In der letzten Reihe sitzen 3 junge Frauen, wie Sepp herausgefunden hat, aus Nigeria, extreme Schönheiten. Das beeindruckt uns alte Herren. Aber in den nächsten Wochen sehen wir sowieso nur überwiegend Wasser. 18.25 Uhr Ankunft in Antigua, die Familie von Ernst Scholz begrüßt uns. Sie fliegen mit dem gleichen Flugzeug nach Hause, während Ernst, der Eigner der Moby, noch 2 Tage bleibt. Es ist bereits dunkel, in Äquatornähe bricht ziemlich schnell um ca. 18 Uhr der Abend an. Mit dem Bus fahren wir nach Jolly Harbour, wo die Moby liegt. Der Skipper hat die Kojen eingeteilt und ich beziehe mittschiffs die untere Steuerbordkoje wie bei Törn 4 und 5. Unmittelbar am Hafen befindet sich Peters Bar, in der wir ein Bierchen trinken – Heinecken. | ||
+ | Aus Nigeria \\ | ||
+ | Karibisches Flair und schwülwarme Luft. | ||
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+ | ===== 2.Tag - 09. Mai 2006 ===== | ||
+ | Die Nacht ist grausam. In der engen Koje schwitze ich wie in der Sauna, man hat das Gefühl, daß man nie richtig Luft in die Lungen bekommt. Besonders Sepp leidet unter der Hitze, er schwitzt und schwitzt. Erging es den Segelkameraden vor mir in der Koje auch so? Ich habe die Ahnung, daß die Matraze nicht gerade keimfrei ist. Erst nachdem ich mich in den Salon lege, kann ich etwas schlafen. Am Morgen geht’s zuerst zum Duschen und nach dem Frühstück muß Proviant gebunkert werden. In der nahegelegenen Kaufhalle kaufen wir für 4100 EC $ (East Caribian Dollar) ein, das sind 5 große Einkaufswagen voll. \\ | ||
+ | Die Moby Dick III in Jolly Harbour | ||
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+ | Genügend Bier und Rotwein zu bekommen ist nicht einfach, auf die Mengen waren die Leute nicht eingestellt. Der Versuch guten Rotwein von einem Händler aus English Harbour zu bekommen, schlug fehl. So haben wir alles ausgeräumt was so herumstand, die Tage auf See sind lang und die Kehlen durstig. Axel macht den Staumaster. Getränke in die Bilg, Konserven unter die Sitzbänke im Salon, Höherprozentiges – Rum, Gin, Wodka, | ||
+ | Für den Abend haben wir einen Tisch in Peters Bar bestellt, sodaß wir alle, die Crew, Ernst und Alina mit Freund zusammensitzen bei Bier und New Yorker Steak mit French Rise. Alina und ihr Freund waren bei der Vorcrew dabei und machen anschließend noch 2 Wochen Urlaub auf Antigua. | ||
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+ | Antigua (spanisch: alt) ist vor c. 34 millionen Jahren aus einem unterseeischen Vulkan entstanden, wie fast alle Inseln im Ozean. Auf dem Vulkan begannen Korallen zu wachsen, Kalkablagerungen breiteten sich aus. Kolumbus entdeckte die Insel 1493 und nannte sie nach der Kirche Santa Maria La Antigua in Sevilla. Die Briten besiedelten die Insel 1632. Sie setzten zunächst auf der Insel Ihre Sträflinge aus, sahen aber bald, daß die tief ins Landesinnere reichenden Buchten der Insel gut geschützte Häfen sind. Ende des 17. und im Laufe des 18. Jahrhunderts bauten sie English Harbour, ihren wichtigsten Flottenstützpunkt in der Karibik auf. Im Jahre 1667 übernahm Horatio Nelson das Kommando über die Flotte auf Antigua. Der historische Hafenkomplex in English Harbour ist nach ihm " | ||
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+ | 1981 schloß sich Antigua mit den Nachbarinseln Barbuda und Redonda zu einem Staatenbund zusammen ist unabhängig, | ||
+ | 3 Sachsen | ||
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+ | ===== 3.Tag - 10. Mai 2006 ===== | ||
+ | Wieder so eine schwülwarme Nacht, ich lege mich auf die Kissenfender ins Cockpit, dort ist es erträglicher und ich kann ein paar Stunden schlafen. Peter geht um 9.00 Uhr zum Hafenmeister währenddessen ich nach einem Souvenir für zu Hause suche. Das Bild und der Druck einer alten Karte der Karibik hängen jetzt in meinem Arbeitszimmer. | ||
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+ | Wir legen ab zum Immigration Office. Es dauert fast eine Stunde bis wir abgefertigt sind. Die Leute in Uniform lehnen es strikt ab, sich filmen zu lassen, sie sind ja Staatsbeamte. Macht nichts, meine Kamera hat sowieso gestreikt, nachdem sie in Leipzig 2 mal zur Reparatur war. Ein Wutausbruch wegen der Schlamperei bei der Reparatur hätte es auch nicht besser gemacht und Sepp hat auch eine Kamera dabei. Mit der Reinigungskassette habe ich sie wieder einigermaßen gangbar gemacht. | ||
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+ | Neben uns liegt ein wunderschöner alter Schoner, den wir alle bestaunen. Aber die Moby ist auch ein schönes Boot. Vor dem Ablegen kommt noch ein Ehepaar aus den Staaten zu uns an Bord, um uns die schönsten Tauchgründe auf den | ||
+ | Bermudas auf der Seekarte zu zeigen. Peter war mit ihnen im Office ins Gespräch gekommen. | ||
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+ | Um 11.10 Uhr endgültig abgelegt. Nun beginnt die große Reise über den Atlantik. Es wird auch Zeit, daß die Moby so langsam die Karibik verläßt, denn die Hurrikanzeit bricht an und in ein Hurrikan, der Name kommt von den Karibenindianern ( HURU-CAN, Wind des Dämons ), wollen wir nicht geraten. Die Wassertemperatur steigt im Sommer auf dem Atlantik und ab ca. 25°C enstehen Tiefdruckgebiete, | ||
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+ | Wie immer wird bei Verlassen des Hafens die Flagge – bei uns „Der Adenauer“ - am Heck eingeholt, Schwimmwesten und Lifebelts werden verteilt und eine Sicherheitsunterweisung wird von Peter durchgeführt. Vor allem das „Mann-über-Bordmanöver“ -die ersten wichtigsten Handlungen sind Knopf drücken für Position, Boje raus und Beobachtungsposten- sollte klappen, eine Übung haben wir nicht gemacht, da wir alle außer Sepp Moby-Erfahrung haben. Das Beste bei schwerer See ist, nicht über Bord zu gehen – also immer Lifebelt eingehakt. Nachts und bei schweren Sturm, so wie wir es 400 Meilen vor den Azoren erlebt haben, ist es fast unmöglich einen Mann wieder an Bord zu holen. Dann noch etwas Wichtiges: Auf der Toi immer im Sitzen pinkeln, aber am Tag und wenn das Wetter es erlaubt, geht`s sowieso nach Lee. Der Wachplan ist am Niedergang zur Skipperkoje angeklebt, jeder weis wann er Wache gehen muß. | ||
+ | Wir gehen zu Peter`s Bar \\ | ||
+ | Schlafen im Cockpit, Axel auf Backbord!! \\ | ||
+ | Morgen im Hafen \\ | ||
+ | Abend auf See | ||
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+ | ==== Wachplan ==== | ||
+ | SY Moby Dick III | ||
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+ | Antigua-Bermuda | ||
+ | 08.05-22.05.2006 | ||
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+ | | Wache I | P.M - B.S | | ||
+ | | Wache II | G.W - J.H | | ||
+ | | Wache III | P.S - Th.L | | ||
+ | | Wache IV | A.W - P.W | | ||
+ | | Wachfrei | S.W | | ||
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+ | | Wache | 06., | ||
+ | | 0800-1200 | I | IV | III | II | | ||
+ | | 1200-1600 | II | I | IV | III | | ||
+ | | 1600-2000 | III | II | I | IV | | ||
+ | | 2000-2300 | IV | III | II | I | | ||
+ | | 2300-0200 | I | IV | III | II | | ||
+ | | 0200-0500 | II | I | IV | III | | ||
+ | | 0500-0800 | III | II | I | IV | | ||
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+ | Ein erster Drink auf der MD | ||
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+ | Peter am Adenauer | ||
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+ | Wir befinden uns noch in der Passatwindzone, | ||
+ | Auf Montserrat, der südlichsten der Leeward-Inseln (Inseln unter dem Wind), entfesselten sich 1995 unvorstellbare Naturkräfte. Der seit 18.000 bis 20.000 Jahren erloschene Vulkan der Insel brach mit Urgewalt aus. Es begann mit einem Erdbeben und endete in einer gigantischen Aschenwolke, | ||
+ | Montserrat | ||
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+ | Die Bewohner Montserrats sind während des Ausbruchs in eine Sperrzone in die Nordhälfte der Insel ausgewichen oder auf das ca. 43 km entfernte Insel Antigua gezogen. Von den ursprünglich 11.000 Einwohnern wohnen jetzt nur noch etwa 4.000 auf Montserrat. \\ | ||
+ | An Steuerbord liegt Barbuda, die Insel können wir aber nicht ausmachen, sie ist sehr flach und liegt hinter der Kimm, die höchste Erhebung beträgt ca 42m. wir segeln 30 Seemeilen an ihr vorbei. Den gleichen Kurs bin ich 2001 gesegelt, aber hinter St. Kitts Richtung Britische Jungferninseln (Virgin Ilands) nach West gefahren, Peter und Berndt waren auch dabei. \\ | ||
+ | Am späten Nachmittag entschwinden die letzten Inseln (St. Barts, St. Martin, Anguilla), der Wind schläft fast ein. Wir bergen die Genua, holen Groß und Besan dicht und starten den Motor. In der Abendsonne gönnen wir uns Melone mit Rum. \\ | ||
+ | Türkisblaues Wasser bei unserer Ausfahrt | ||
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+ | Da diesen Bericht ev. auch Freunde lesen, die andere Interessen haben, eine kurze Erläuterung zu „Knoten“: | ||
+ | Der Ausdruck „Knoten“ stammt vom früheren Scheitlog. Eine mit Knoten versehene Leine, am freien Ende mit Brettchen als Wasserbremse, | ||
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+ | ===== In Arbeit ===== | ||
+ | Der Rest des Reiseberichts kommt im Laufe der Zeit --- // |
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